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Bis 1714 wurde die anatomische Sammlung
Peters (nicht die Ruysche, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in den Niederlanden
befand) in Moskau in der Aptekarsi Prikaz, dem Vorläufer des Medizinalkollegs,
aufbewahrt. Mit der Gründung Petersburgs 1703 und der Verlegung der
Hofstadt ebendorthin war es nur eine Frage der Zeit, bis die verschiedenen
Sammlungen Peters, sowie seine Bibliothek, auch gen Norden verlagert werden
sollten. Das Jahr 1714, in welchem die Sammlungen in den Sommerpalast
Peters gebracht wurden, gilt als das Gründungsjahr der Kunstkammer,
des ersten russischen enzyklopädischen Museums.
An der 1718 erfolgten Transaktion der
10 ersten Thesauri nach Russland waren beteiligt: Robert Arskine, Leibarzt
Peters wickelte den Kauf ab. Boerhaave koordinierte die Transportlogistik,
Laurentius Blumentrost packte aus und nahm die erste Aufstellung im Sommerpalast
vor.
Bald
wurde die die Sammlung in dem Haus des in Ungnade gefallenen Fürsten
Kikin untergebracht. Blumentrost modernisierte die Aufstellung im Stil
des Klassizismus, der Vanitas-Gedanke trat in den Hintergrund, vergleichende
anatomische Systematik hielt Einzug. Die Sammlung Ruyschs wurde um viele
teratologische Präparate aus Peters Sammleraktivitäten ergänzt.
Ein Jahr später wurde die Kollektion öffentlich zugänglich
gemacht: "Ich will, dass die Menschen schauen und davon lernen",
war Peters Motto. Aus diesem aufklärerischen Antrieb heraus verlangte
Peter auch kein Eintrittsgeld für die Kollektion, Gruppen wurden
sogar mit Kaffee, Wein oder Wodka verköstigt. Die Ausstellung zog
viele Besucher aus Westeuropa an.
Es
zeigte sich schnell, dass das Kikin-Haus zu klein für die Sammlung
war. 1718 wurde der Grundstein für einen Neubau für die Kollektionen
auf der Wassiliewski-Insel gelegt, dort, wo Peter das Zentrum seiner Stadt
sehen wollte, dort, wo er bei einem Spaziergang einen seltsam geformten
Baum erblickte. Er konnte die Eröffnung des neuen Gebäudes am
25.11.1728 nicht mehr miterleben, starb er doch am 28.1.1725. Der hochbejahrte
Ruysch überlebte seinen Lehrling noch um 6 Jahre!
Bis zum Brand in der Kunstkammer 1747
blieb die Kollektion in dem neu errichteten Haus an der Newa, der dem
Brand nicht zum Opfer gefallene Rest der anatomischen Präparate wurde
während der Restaurierung des Gebäudes, welche bis 1766 abgeschlossen
wurde, an verschiedenen Orten zwischengelagert.
Alexander I. schenkte zwei Stücke der Sammlung der
jungen Universität Kazan, ebenso die vollständige Bibliothek
des ehemaligen Präsidenten der Petersburger Medico-Chirurgischen
Fakultät und Schöpfers der Medizinischen Polizei, Johann Peter
Frank. Die zwei Präparate sind inzwischen wieder in Petersburg in
der Kunstkammer ausgestellt.
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